Fragen und Antworten

Solidarische Landwirtschaft in Volzendorf?!
Fragen und Antworten

Es gibt keinen Preis in der Landwirtschaft, denn ihr Kapital ist die Natur; die Fruchtbarkeit des Bodens, der Same, das Tier. Nichts hiervon kann der Mensch selbst herstellen, eigentlich produktiv ist nur die Natur selbst, in einem durch menschliche Arbeit gestalteten Organismus. (nach M. Klett)

 

Was bedeutet Solidarische Landwirtschaft?
Hinter dem Begriff der solidarischen Landwirtschaft (“SoLawi”) – auch gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft – verbirgt sich eine soziale Form der Landwirtschaft, die eine direkte und faire Zusammenarbeit von ProduzentInnen und KonsumentInnen vorsieht.
Konkret gestaltet sich diese Beziehung folgendermaßen: Die Mitglieder vereinbaren, dem landwirtschaftlichen Betrieb gemeinschaftlich das je nach Saison verfügbare Gemüse und Obst für jeweils ein Jahr abzunehmen und dafür zusammen die gesamten Produktionskosten zu tragen. Am Anfang des Gärtnereijahres wird in einer sogenannten “Bieter_innenrunde” das Budget des kommenden Jahres beschlossen und gedeckt, indem jede_r Teilnehmer_in solidarisch den Betrag bietet, den er_sie aufbringen kann und der ihm_r diese Form der Landwirtschaft mit ihren Prinzipien und Erzeugnissen wert ist.
In diesem Prinzip liegt ein wichtiges Bestreben der Solawi-Bewegung: Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern eine hohe Qualität (sowohl der Lebensmittel als auch der Bewirtschaftung) und der solidarische Kerngedanke.

Wie finanziert sich die SoLawi genau?
Solidarische Landwirtschaft ist eine Wirtschaftsform, in der Bauern_Bäuerinnen und Abnehmer_innen kooperieren. Vor Beginn des Wirtschaftsjahres wird im Voraus das Budget für ein Jahr errechnet und vorgestellt. Darein fließen z.B. die Gehälter, Saatgut, Pacht, Material, Geräte, Kosten für die Lieferung etc.
Am 18. Februar 2018 findet die sogenannte Bieter_innenrunde statt. Hier wird mit allen Mitgliedern gemeinsam versucht, das Budget abzudecken. Aus dem Jahresbudget ergibt sich ein Mittelwert für den einzelnen Ernteanteil. Dieser ist ein Richtwert; je nach finanziellen Möglichkeiten, kann jede_r auch mehr oder auch weniger geben. Ziel ist es, dass gemeinsam das Jahresbudget gedeckt werden kann, indem sich höhere und niedrigere Beiträge ausgleichen.

Wie teuer ist die Mitgliedschaft in der SoLawi?
Euren Mitgliedsbeitrag bestimmt ihr selbst anhand eines Richtwertes, der sich aus dem fürs Jahr im Voraus errechneten Gesamtbudget ergibt. Im Jahr 2017 lag dieser bei 960 EUR pro Ernteanteil (z.B. 80 EUR pro Monat).

Wie lange gilt eine Mitgliedschaft?
Die Mitgliedschaft gilt immer für ein Jahr, bzw. wenn mensch später einsteigt für das jeweilige Anbaujahr. Das Anbaujahr dauert von Anfang April bis Ende März.

Wie groß ist ein Ernteanteil?
Wir versuchen, den Anteil danach zu berechnen, was eine Person, die nahezu täglich mit Gemüse kocht, in der Woche braucht. Grundsätzlich hängt die Menge und Art des Gemüses sehr stark von der Saison ab. Auch Ernteausfälle einzelner Kulturen aufgrund von Witterungsverhältnissen oder anderen Unwägbarkeiten sind möglich.

Hier haben wir zwei durchschnittliche Beispielanteile für eine Person kalkuliert, damit ihr eine bessere Vorstellung von der Menge bekommt:

Ende Mai/ Anfang Juni

1 Kohlrabi

2 Mairüben

250 g Mangold

250 g Spinat

1 Bund Kräuter

1 Bund Radies

1 Salat

250 g Schnittsalat

100 g Zuckererbsen

Oktober

1 Aubergine

1 Brokkoli

500 g Kartoffeln

1 Kürbis

50 g Ruccola

1 Kürbis

250 g Mangold

500 g Möhren

1 Porree

250 g Rote Bete

 

1 Rotkohl

1 Steckrübe

1 Mais

250 g Zwiebeln

1 Wurzelpetersilie

1 Salat

1 Zuckerhut

1 Bund Kräuter

Paprika

Fenchel


Ist das Gemüse alles “bio”?
Das dürfen wir offiziell so ab Juli 2018 sagen. Wir arbeiten grundsätzlich ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel und befinden uns seit Juli 2017 in Umstellung.

Wo stehen die Produkte für die Mitglieder bereit?
Wir bieten 1-2 mal wöchentlich das Gemüse zur Abholung an und stellen dafür einen Raum auf unserem Hof in Volzendorf 9 zur Verfügung. Wir haben außerdem Abholräume in Lüchow und Salzwedel. Bei Bedarf können auch weitere Räume in anderen Orten eröffnet werden.

Wie wird das Gemüse unter den Mitgliedern aufgeteilt?
Die Verteilung können wir miteinander besprechen. Euch ist freigestellt, ob ihr das Gemüse nach Anteilen genau aufteilt oder nach dem Prinzip “jede nimmt, was sie braucht” vorgeht. Wir können auch Verfügbarkeiten mit einer Ampel markieren.

Ist die Mithilfe auf dem Hof verpflichtend?
Bei uns gibt es keine Pflicht zur Mithilfe. Allerdings begrüßen und fördern wir eine enge Beziehung der Mitglieder zum Hof, wünschen uns auch euren tatkräftigen Einsatz, und werden versuchen, euch mit größeren Aktionen und Festen auf den Hof zu locken (z.B. Kartoffelernte, Erntedankfest, Einkochen, Sauerkrautmachen). Wir möchten außerdem 1-2 mal im Jahr einen Ackerrundgang anbieten.

Was kann ich sonst einbringen?
Außer der Zusage, ein Jahr lang deinen finanziellen Beitrag zu leisten haben wir keine Erwartungen an euch. Trotzdem basiert das Prinzip SoLawi darauf, dass viele Hände gemeinsam die Organisation und Verteilung des Gemüses ergreifen – eben den Teil, den sonst Groß- und Einzelhandel übernehmen, und wo sie kräftig abschöpfen. Insofern ist immer Engagement beim Betreuen der Depots, der Kommunikation, Werbung neuer Mitglieder, der Organisation gemeinsamer Aktionen etc. gefragt. Was kannst du besonders gut?

Wie werde ich jetzt Mitglied?

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…und bitte wende Dich mit Anregungen und Fragen an uns:


Diese FAQ gibts auch zum selber ausdrucken: Fragen&Antworten (als pdf)


Solidarische Landwirtschaft – Volzendorf 9 – 29485 Lemgow
0178 1429 555 – landbaukoop@posteo.de – www.solawi-volzendorf.org